Kunst in Computerspielen
Computerspiele sind nicht nur das, was sich hinter ihrer Bezeichnung verbirgt. Denn kleine “Spielchen” für junge Teenager, die sonst nichts mit ihrem Leben anzufangen wissen und möglicherweise dumm machen, sind es längst nicht mehr. Video- und Computerspiele sind zu einem festen Bestandteil der Freizeitgestaltung von Menschen aller Altersgruppen geworden. Und dabei spielt auch die Kunst eine große Rolle.
Wie soll das Spiel denn aussehen?
In erster Linie wird das Aussehen eines Spiels nicht von der Technik und deren Limitierungen bestimmt. Auch die beste Technologie nützt nichts, wenn es keine Grafiker und Künstler gibt, die der Spielewelt Leben einhauchen. Im Fachjargon nennt man diesen Aspekt eines Spiels das Artdesign (Um die Vielseitigkeit zu verdeutlichen, ist hier ein Stellenprofil für Artdesigner zu finden). Die Designer bestimmen, wie ein Spiel später aussehen wird. Soll es auf Realismus getrimmt werden? Soll es einen comicartigen Look bekommen? Vielleicht soll es sich eher an japanischen Mangas orientieren, eine farbenfrohe Fantasy-Welt wäre ebenfalls eine Alternative.
Diesen Auswahlmöglichkeiten müssen sich die Artdesigner stellen, bevor sie dem Spiel Texturen und Effekte verpassen. Moderne Grafikkracher wie Modern Warfare 2 oder auch Black Ops setzen auf einen brachialen Realismus. Hier gibt es keinen Raum für Spielereien. Objekte, Menschen, Gesichter und Emotionen – all das sieht aus, als wäre es einem Hollywood-Film entsprungen. Dieses beeindruckende Artdesign hat auch seine Nachteile. Denn die Kosten, um diesen Content zu erstellen, belaufen sich inzwischen auf dreistellige Millionenbeträge. Kleine Studios könnten sich die Entwicklung eines solchen Spieles gar nicht leisten, zu groß wäre das Risiko einer finanziellen Bauchlandung. Außerdem muss der PC des Spielers auch potent genug sein, um das Spiel später überhaupt flüssig wiedergeben zu können. Gegenüber diesen Titeln, die in der Branche als AAA-Titel bezeichnet werden, gibt es jedoch noch eine andere Gattung Spiele, die das genaue Gegenteil darstellt.
Browserspiele nur für zwischendurch?
Vor einigen Jahren noch waren Browsergames zwar unterhaltsam, doch meist nicht wirklich auf länger anhaltenden Spielspaß ausgelegt. Das hat sich inzwischen geändert. Browserspiele wollen den Spieler gleich von vornherein begeistern – mit einer Optik, die zwar gegenüber den oben angesprochenen Grafikmonstern hoffnungslos veraltet aussieht, welche allerdings aufgrund ihres Artdesigns trotzdem eine ganz eigene Faszination aufbauen kann.
Denn es kommt für den perfekten Look selten auf die Güte der Technik an. Solange die Jungs der Artdesign-Abteilung ihren Job gut machen, kann auch veraltete Technik mit liebevollen Details derart aufgepeppt werden, dass man über die technischen Defizite locker hinwegsehen kann. Welche Art von Spiel man letztendlich bevorzugt, ist von den eigenen Vorlieben abhängig – eine Chance geben sollte man den Browserspielen jedoch auf jeden Fall.